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IBRA 99 Nürnberg

IBRA - Internationale Briefmarkenausstellungen in Deutschland

 

IBRA ´99: die zweite Internationale (Welt-) Ausstellung in Deutschland?

Anmerkung: Dieser Pressebericht stammt vom Jahr 1997 ist wegen dem historischen Rückblick auch heute noch interessant

Nur noch knapp zwei Jahre Zeit vergehen bis zur IBRA ´99, der internationalen Briefmarkenausstellung, die vom 27. April bis 5. Mai 1999 im Messegelände zu Nürnberg ausgerichtet wird. Planungen und organisatorische Vorbereitungen haben längst begonnen.

Während das Bulletin 1 gedruckt ist und zwischenzeitlich an alle Mitgliedsverbände der Fédération Internationale de Philatélie (FIP) versandt wurde, laufen die Aussteller-Anfragen ein, auch die des Handels und der Postverwaltungen aus aller Welt, die bei diesem bedeutenden „Treffen der Weltphilatelie" in Nürnberg dabei sein wollen.

Viele Sammler werden sich wohl noch an die erste IBRA erinnern. Sie wurde vor mehr als 20 Jahren, genau genommen vom 11. bis 20.5.1973 in München anläßlich des ein Jahr später anstehenden Jubiläums „125 Jahre deutsche Briefmarken", also im Gedenken an die Einführung der Briefmarke in Bayern, ausgerichtet.

War dies aber die erste internationale Briefmarkenausstellung in Deutschland?

Die auf den ersten Blick so unscheinbare Frage ist wohl schwieriger zu beantworten als man denkt, denn was qualifiziert eine Ausstellung zu einer „Internationalen"? Geht man davon aus, daß internationale Briefmarkenausstellungen erst ab der Zeit zählen, da sie vom Weltverband der Philatelie, der FIP (Fédération International de Philatélie) patroniert wurden, dann kann es vor deren Gründung im Jahre 1926 keine „Internationalen" im heutigen Sprachgebrauch gegeben haben. Setzt man voraus, daß bei einer internationalen Ausstellung tatsächlich die Welt der Sammler, also mehrere oder gar alle Kontinente mit Sammlerexponaten vertreten sind, dann dürfte es ebenfalls bis in die ersten Jahrzehnte unseres Jahrhunderts schwierig gewesen sein, solche Ausstellungen durchzuführen, die Welt war eben noch nicht durch schnelle Transportmittel in einer generellen Verbindung.

Gab es also vor der IBRA (dies steht als Abkürzung für „Internationale Briefmarken-Ausstellung") schon derartige Veranstaltungen? – Die Antwort heißt: „ja", führt den Leser allerdings dazu, mehr als üblich differenziert und genau in die Geschichte der deutschen Ausstellungsphilatelie zu schauen.

Erste Internationale Ausstellungen

Schon 1884 und 1889 wurden in Deutschland, wiederum in München, erste Ausstellungen organisiert, die das Prädikat „International" für sich in Anspruch nahmen, waren doch Exponate von Sammlern aus der Schweiz, Österreich, Italien, Ungarn und Ägypten vertreten. Die Ausstellung von 1889 wurde anläßlich des 40jährigen Jubiläums der bayerischen Briefmarken veranstaltet und hierzu erschien auch ein Katalog. Aussteller aus Übersee gab und konnte es wohl zu dieser Zeit noch nicht geben, denn wie hätte die rechtzeitige Informationsverbreitung und Organisation auch funktionieren sollen.

Hier brachte die Gründung der FIP 1926 den Durchbruch, denn mit der Vereinheitlichung bestimmter „Spielregeln" wurde es nun möglich, Ausstellungen bestimmte Patronate, also Anerkennungen des Weltverbandes, zuzusprechen, die auch eine weitreichende Einhaltung bestimmter Teilnahmemöglichkeiten und Ausführungsstandards garantieren sollten.

So fanden also, wie erwähnt, vor der Gründung der FIP in Deutschland folgende Ausstellungen statt, die durchaus als „Internationale" anzusehen sind:

  • München 05.10. – 12.10.1884
  • München 29.09 – 08.10.1889
  • Magdeburg 04.05. – 11.05.1890
  • Regensburg 06.05. – 11.05.1899
  • Berlin 25.08. – 04.09.1904

Es dauerte dann – auch kriegsbedingt – fast drei Jahrzehnte, bis die nächste Internationale Ausstellung im Jahre 1930 in Deutschland durchgeführt wurde:

  • Die IPOSTA Berlin 1930 (12.–21.9.).

Der Nationalsozialismus und der 1939 ausbrechende Zweite Weltkrieg führte auch die Ausstellungsphilatelie in Deutschland in die Isolation. In Kriegs- und Nachfolge-Notjahren war kein Denken an derartige grenzüberschreitende Aktivitäten. Erst die Gründung der Bundesrepublik Deutschland, die Aufnahme des Bundes Deutscher Philatelisten e.V. in die FIP im Jahre 1952 und die langsam wieder möglichen ersten internationalen Kontakte machten Mut, größere Veranstaltungen auszurichten. Der nationalen Ausstellung 1951 in Wuppertal folgten 1953 die internationale Ausstellung IFRABA in Frankfurt am Main, und 1955 die Westeuropäische Postwertzeichenausstellung Düsseldorf, die allerdings kein FIP-Patronat besaßen.
Dies änderte sich erst mit der INTERPOSTA Hamburg 1959.

Diesen Ausstellungen folgte lange Jahre keine Ausstellung mehr, die das Prädikat „Internationale" inhaltlich hätte für sich in Anspruch nehmen können. Diese Zeit wurde allerdings durch zwei Internationale Spezial-Ausstellungen und eine Ausstellung unter den Auspizien der FIP unterbrochen, die ebenfalls alte Traditionen auf deutschem Boden in Erinnerung riefen:

  • Hamburg MOPHILA 10.9. – 15.9.1985 Ausstellung für „Moderne Philatelie"
  • Frankfurt IPHLA 19.4. – 23.4.1989 Internationale Literatur-Ausstellung
  • Dresden Lilienthal 16.8. – 25.8.1991 Europäische Luftpost-Ausstellung

Erinnerte die MOPHILA (Moderne Philatelie-Ausstellung) in Hamburg als Versuchs- und Experimentalausstellung an die in der gleichen Stadt 1931 durchgeführten Veranstaltung, so dokumentierte die IPHLA (Internationale Philatelistische Literatur-Ausstellung) an die große Tradition deutschsprachiger Philatelie-Literatur, deren Förderung sich der Bund Deutscher Philatelisten und die Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte verschrieben haben. In gewisser Weise schlug diese Ausstellung nicht nur einen großen historischen Bogen zur BUGRA 1914 in Leipzig, der ersten Weltausstellung für philatelistische Literatur, sondern auch zur ersten Briefmarken-Ausstellung der Welt überhaupt, die im Jahre 1881 in Wien stattgefunden hatte. Auch dort lautete die erste Ausstellungsklasse „Literatur", und dann erst folgten die Briefmarken. In Frankfurt 1989 war es ähnlich: die Literatur stand in der ersten, nämlich der Internationalen Reihe, dann erst folgten – auf nationaler NAPOSTA-Ebene – die Briefmarken.

Die „Lilienthal" war eine Gedächtnisausstellung, die an den Luftfahrtpionier Otto Lilienthal erinnerte, aber auch an die Jahrzehnte deutscher Technologieführung im Zeppelin- und Flugzeugbau, in der weltweiten Verbreitung und Errichtung von Luftfahrtstrecken und -linien, im wachsenden Flugverkehr und -transport und den zugehörigen Briefmarken, Stempeln und Dokumenten.

Internationale Weltausstellungen

Je nach Filter und Kriterium gab es also in Deutschland bisher nur drei Internationale Weltausstellungen: die IPOSTA Berlin 1930, die INTERPOSTA Hamburg 1959 und die IBRA München 1973, denn nur diese waren von der FIP als Ausstellungen mit allen Teilnahmeklassen patroniert. Die später folgenden waren Schwerpunkt- bzw. für einzelne Klassen zugelassene Ausstellungen, die zwar unter dem Signum der FIP, aber nicht als generelle Weltausstellung zu klassifizieren sind.

Die IBRA ´99 in Nürnberg ist damit also die vierte Internationale FIP-Ausstellung, die in Deutschland seit Einführung der Marken stattfindet.
Sie ist aber – anders gesprochen – auch die 14. „Internationale", die in Deutschland ausgerichtet wird, wobei eine randscharfe Abgrenzung kaum zu erreichen ist, denn die frühen „Internationalen Ausstellungen" würden aus heutiger Sicht eher als Ausstellung „mit internationaler Beteiligung" eingestuft.

Ein letzter Blick mag dem magischen Jubiläumsjahr gelten, denn auch dies ist ein hier durchaus interessantes Kriterium, das man zum Anlaß eines Rückblickes nehmen darf, geht es doch immerhin um das Jubiläum der Einführung der deutschen Briefmarken. Dann fallen mit runden Jubiläumsjahren die Ausstellungen in München 1889 (40 Jahre deutsche Briefmarken), Regensburg 1899 (50 Jahre), Hamburg 1959 (110 Jahre) und – mit einem Jahr Vorlauf – München 1973 (125 Jahre Einführung deutscher Briefmarken) auf.

Eines stimmt aber auf jeden Fall: die IBRA ´99 in Nürnberg ist nach über 25 Jahren wieder die erste Internationale Ausstellung, die zu einem Welttreff der Philatelisten aller fünf Kontinente führen wird.

Quellen:
Ausstellungskataloge o.g. Veranstaltungen; C. Brühl: Geschichte der Philatelie, Band I, Seite 515–522; Walter Marchart: Zusammenstellung der Briefmarken anläßlich Briefmarken-Ausstellungen in der Bundesrepublik (Manuskript).

Weiterführende Literatur:
Hans Paikert/Peter Fischer: Nationale und internationale Briefmarkenausstellungen in Deutschland. Schriftenreihe zur Geschichte der Philatelie in Deutschland, Bd. 2/1, hrsg. vom Consilium Philatelicum/Bund Deutscher Philatelisten e.V.Frankfurt 1997

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