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Hier beim Zieleinlauf war
ich doch ganz schön fertig |
Der Panoramalauf von ForchheimHeißes Wetter und ca. 150 zu überwindende Höhenmeter |
Mein dritter
Marathon durch die Fränkische Schweiz am 10.9.2000
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| Nach der Sommerpause am 10.9.2000 war es wieder so weit. Endlich konnte ich nach
meinem zweiten Marathon in Regensburg und
nach meinem ersten Marathon in Berlin wieder
versuchen die Vierstundenmauer zu durchbrechen.
:-( Ich fühlte mich zwar fit, aber leider klappte es wieder nicht. :-) Aber Spaß machte es trotzdem P.S. In München klappte es dann endlich die vier Stunden klar zu unterbieten |
| Dieses Mal sagten eine ganze Reihe Bekannter zu, an diesem
Marathon teilzunehmen, da er ja in unserer Heimat veranstaltet wurde. Ich
hatte sogar das Glück keine 1000 m vom Start entfernt zu wohnen. So freute ich mich schon wochenlang vorher auf das große Ereignis. |
8:30 - 9:55
| Wir, meine Schwester Petra, ihr Bekannter Andreas, Erwin
und seine Schülerin Sylvia treffen uns bei unserer Wohnung in Forchheim.
Gaby meine Frau wird uns zuschauen und uns unterstützen. Gegen 9 Uhr gehen wir gemütlich zum Startbereich beim Forchheimer Rathaus, wo schon die meisten Skater und Läufer versammelt sind. Alle scheinen schon den Start entgegen zu fiebern. Die Stimmung ist sehr gut. Wir treffen dort auch meinen Arbeitskollegen Peter, der sein Debüt bei den Skatern abgeben wird. Nach dem Start der Skater, der sich um 10 Minuten verzögert hat, gehen Erwin, Sylvia und ich uns noch etwas warmlaufen. Als wir zurückkommen und noch 200 - 300 m vom Start entfernt sind, hören wir zu unserem Schrecken den Countdown des Startansagers. Ich sage mir, das sind ganz schöne Idioten die Veranstalter, weil sie ohne Vorwarnung kurzfristig den Start um 5 Minuten vorverlegt haben. Da wir keine Realtime Chips, sondern nur Transponder tragen, zählt nun schon gnadenlos die Zeit. |
9:55 - 12:00 KM 0 - KM 21,0975 Zeit: 2:05
| Trotz des verfrühten Start tauche ich mein Laufkappe
noch im Brunnen vor dem Rathaus ein, da es jetzt schon sehr warm ist und
es bestimmt noch viel wärmer werden wird. Meine Plastikflasche, die noch nicht ausgetrunken ist, nehme ich auch mit, da sich hinter der Startlinie ein regelrechter Stau gebildet hat und sich gar nichts mehr bewegt. Die Startlinie überquere ich zusammen mit Erwin und Schülerin immerhin schon nach 2 Minuten nach dem Startschuss. Wir sind dabei so ziemlich die Letzten. Nach einem knappen Kilometer verschlag ich mich traditionell noch einmal in die Büsche, da die Blase mal wieder drückt. Dabei werde ich von der "Lumpensammlerin" überholt, die auf Ihrem Fahrrad das Läuferfeld abschließt. Als ich sie frage, ob ich Letzter bin, verneint sie die Frage, da ich zu diesem Zeitpunkt nur Vorletzter bin. Kilometer 1 passiere ich irgendwo zwischen 8 und 9 Minuten. Dies ist ein neuer Negativrekord aller meiner bisher gegangenen Wettkämpfe. Ich hole kurz darauf Erwin und seine Schülerin wieder ein, die sehr langsam laufen wollen, da Erwins Schützling ihren ersten Marathon nur finishen will. Weil es so schön und lustig ist, begleite ich die beiden noch bis Kilometer 3 und trinke dabei gemütlich meine Flasche aus. Den Rest des Apfelsaft- / Wassergemisches kippe ich bei Kilometer 3 über meinem Kopf aus, da es schon höllisch heiss ist. Leicht nach Apfelsaft duftend passiere ich Kilometer 3 so nach ca. 22 - 23 Minuten. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich schon 5 Minuten verloren, die ich auf den restlichen 39 km wieder aufholen muss. Ich steigere daher langsam das Tempo und passiere Kilometer 5 bei ca. 34 - 35 Minuten. Die erste Trinkstelle lässt ewig auf sich warten und ich bin heilfroh
mich die ersten 3 Kilometer selbst versorgt zu haben. Auf der langen
Straße durch Forchheim Richtung Osten nach Reuth feuern uns viele gutgelaunte Zuschauer an.
Ich muss mich dabei zurückhalten, um nicht
gleich wie ein Blöder loszustürmen. Hinter Ebermannstadt kommen nun die zwei schlimmsten Steigungen, denen
schon einigen bei der Hitze Probleme bereiten. Ich überwinde sie gut und
bin erfreut, dass ab Ebermannstadt nun wirklich genug Trinkstellen
vorhanden sind. Wegen der großen Hitze trinke ich meist 2 Becher und
übergieße mich außerdem mit Wasser, so dass ich jedes mal regelrecht
geduscht bin. Nun wird die Landschaft rund um die Laufstrecke immer schöner. Leider
haben die meisten Läufer dafür wohl kaum ein Auge, da sie mit sich
selbst und ihren Wehwehchen genug beschäftigt sind. |
12:00 - 14:20 KM 21,0975 - KM 42,195 Zeit: 4:25:20
| Im Gegensatz zu Regensburg fühle ich mich auch noch am
Anfang der zweiten Hälfte ganz gut, obwohl die Strecke sehr hügelig und
die Hitze sehr hoch ist. Der Asphalt heizt sich in der prallen Sonne
immens auf 40 - 50 Grad in der Sonne auf. Nur auf etwa 10 % der Strecke
spenden Bäume einen nennenswerten Schatten. Wir werden also beim Lauf
regelrecht gebraten und etliche Läufer haben bereits jetzt einen
hochroten Kopf. Ab km 22 hänge ich mich an einem Läufer und einer Läuferin an, die ein gutes Lauftempo draufhaben. Die beiden werde ich nun bis Kilometer 31 begleiten, wo sie mich dann leider abhängen. Zwischen Kilometer 22 und 23 kommt uns der erste Läufer in Lichtgeschwindigkeit entgegen. Er hat schon etliche der letzten Rollerskater überholt. Er wird mit einer Zeit von 2:39 einlaufen. Es dauert einige Zeit bis der zweite drahtige Rennläufer erscheint. Es folgt vor Muggendorf eine weitere Steigung. In Muggendorf begrüßen uns wieder viele Zuschauer. Hinter Muggendorf wird die Strecke endlich waldiger und das Wiesenttal
immer enger. Diese Strecke ist landschaftlich besonders reizvoll. Ein paar Kilometer weiter sehe ich einen Akkordeonspieler, der uns mit
Volksweisen "einheizt". Das finde ich sehr spaßig und komme
dabei fast ins schunkeln. Aber leider verlassen mich gleich wieder meine
Kräfte, so dass ich mich wieder aufs Laufen konzentriere. Ich selbst habe nun auch zu kämpfen. Neben meinem Unterzucker spüre ich
auch wieder die hohen Ozonwerte gegen die ich sehr empfindlich bin. Das
macht sich leider besonders durch Lungenstechen bemerkbar. Außerdem ist
nun mein Puls wieder ca. 20-30 Schläge höher als sonst in diesem Tempo.
Auf den letzten 10 - 12 km werde ich weitere 15 Minuten Zeit verlieren.
Außerdem halte ich mich bewusst etwas zurück, da ich meine Bestzeit
nicht mehr angreifen kann und ich möglichst schnell wieder für den
nächsten Marathon in München fit sein will. KM 38/39 und KM 40/41 begrüßen uns noch einmal mit zwei besonders netten
Steigungen, die ich wie alle anderen meiner doch etwas gemäßigten
Tempoklasse gehend überwinde. Ich fühl mich dabei wie auf einem
Wandertag. Nur sehen die "Wanderer" viel geschaffter aus als
sonst und das frohe Wanderlied "Das Wandern ist des Müllers
Lust" geht uns doch sehr schwer von der Zunge, die dabei hechelnd bis
zum Boden herunterhängt. |
| Am Ziel empfange ich ein Erinnerungs-T-Shirt und ich gehe
gleich was trinken. Petra reicht mir dann auch ein Cola, das ich sehr dankbar entgegennehme. Das schmeckt ausnahmsweise sogar mal besser als ein frisch gezapftes Bier. Da es mir in der prallen Sonne aber etwas schwindelig wird, suchen wir ein schattiges Plätzchen, wo wir uns hinsetzen und ich mich etwas erhole. Nach ein paar Minuten geht es mir wieder richtig gut und wir tauschen freudig unsere Erlebnisse aus. Meine Schwester hatte das Ziel bereits in einer Zeit von 3:44 erreicht.
Sie wurde 19. bei den Frauen und wurde gar 5. in ihrer Altersklasse. Ich
bin richtig stolz auf meine Schwester. Insgesamt kehren wir alle sehr glücklich heim und in meinem Bekanntenkreis gibt es nun eine ganze Reihe weiterer Personen die bereits Marathonerfahrung haben und viele weitere Interessenten. |
| Für nächstes Jahr planen wir eine Neuauflage mit einem
ganzen Schwung von Personen, die dann unter Erwins Team, unter dem sog.
Team Erwin Bittel starten werden. Erwin der eine dreijährige Marathonerfahrung hat und dessen Marathonbestzeit bei etwa 2:40 liegt, ist selbst schon z.B. den Saharamarathon gelaufen und trainiert u.a. die bayerischer Marathonmeisterin. Er hat nun das sog. Team Bittel (ala Team Telekom) gegründet, von dem ich noch mehr berichten werde. Aber mehr davon später... |
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