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Geschichte des Meißner Porzellans

Meißener Porzellan ist der Inbegriff für kostbares Material, wertvolles Sammelgut und begehrtes Geschenk. Wer Porzellan sagt, denkt erst einmal an Meißen. Wer Meißen sagt, denkt an Porzellan und an zwei gekreuzte Schwerter als Markenzeichen.

Quelle: Archiv SJ, Hans Sonntag.
Überarbeitet von Agnes Schwendt und Thomas Schmidtkonz

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Meißener Porzellan

Meißener Porzellan Reisetasse mit Unterschale, um 1725/35
(Bild: Wiener Kunstauktionen)

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Geschirr aus Meißener Porzellan Figuren und Dekoration aus Meißener Porzellan Sonstiges aus Meißener Porzellan

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Inhalt

Geschichte des Meißener Porzellans Figürliches Meißner Porzellan des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts und die Künstler dazu Mails / Leserbriefe Links
Literatur Meißener Porzellanmarken Rundum - Service bei Sammlungen - Wir unterstützen Sie bei der Wertbestimmung und dem Verkauf Ihres Porzellans  

Geschichte des Meißner Porzellans

Die Geschichte der ältesten Porzellanmanufaktur Europas begann mit dem Abenteuer eines Mannes, dessen Geburtstag sich 2007 zum 325. Male jährt. Es war Johann Friedrich Böttger, der vor fast 300 Jahren, am 28. März 1709, König August dem Starken offiziell die Erfindung des Hartporzellans meldete, nachdem er eine Kostbarkeit entdeckt hatte, die Gold wert war.
Als „Goldmacher" fing für Böttger alles an. Wunschtraum der Mächtigen von damals war es, Gold auf chemischem und physikalischem Weg herstellen zu können. Der junge Böttger entdeckte schon während der Lehre beim Apotheker Zorn in Berlin seine Leidenschaft für chemische Experimente und für die Alchemie. Das brachte ihm bald den geheimnisumwobenen Ruf eines „Goldmachers" ein. Der König von Preußen erließ einen Haftbefehl gegen ihn, und Böttger floh nach Sachsen. Prunksucht, Sammelleidenschaft und finanzielle Schwierigkeiten herrschten auch am Hof des Kurfürsten von Sachsen und Königs von Polen, Friedrich August I. Unter seinen Schutz stellte sich Böttger. Aus dem Schutz wurde eine viele Jahre, beinahe bis zum Tod Böttgers dauernde Gefangenschaft, denn er sollte für den Kurfürsten Gold machen und wurde in Dresden in das Adeptenlabor, das sogenannte „Goldhaus" gesteckt.

Johann Friedrich Böttger - Bildquelle WIKIPEDIA

Die aussichtslose Lage ließ Böttger 1703 nach Prag, Wien und Enns fliehen. Er wurde aber bald wieder nach Dresden zurückgeholt und noch strenger bewacht.

Der Mathematiker und Physiker Ehrenfried Walther von Tschirnhaus (1670-1708) und auch Gottfried Pabst von Ohain und Abraham von Schönberg waren es, die Böttger ab 1704 in Dresden bei ihren laufenden Laborarbeiten dazu überreden konnten an der Entwicklung des Porzellans statt der unmöglichen Herstellung von Gold mitzuarbeiten.

Von Tschirnhaus war von August dem Starken beauftragt, die Bodenschätze Sachsens zu erforschen. Grund war eventuell Ersatz für die drohende Silberknappheit im Land zu finden.
In zweiter Linie arbeitete von Tschirnhaus an montanwissenschaftlichen und keramischen Studien, sie sich von 1703-1707 mit Facence-, Steinzeug- und Porzellanherstellung befassten. Unzählige Versuche zusammen mit Böttger waren notwendig, bei denen keineswegs nur zufällige Ergebnisse erzielt wurden. Von Tschirnhaus hat die letzten Ergebnisse der Versuche nicht mehr erlebt. Er starb bereits 1708, nachdem ihm Ende Dezember 1707 erstmals mit der Herstellung eines Gefäßes aus Hartporzellan der große Durchbruch in der europäischen Porzellanfertigung gelang. Böttger und sein Team konnten dann auf dieser Basis das Porzellan weiter entwickeln.

Ehrenfried Walther von Tschirnhaus

Bislang wenig bekannter Erfinder des Porzellans: Ehrenfried Walther von Tschirnhaus - Bildquelle WIKIPEDIA

Porzellan war eine der Kostbarkeiten, für die die Fürsten Europas große Summen zahlten. Sein Besitz zählte zum Prestige an jedem fürstlichen Hof. Das „Porcellain" kam aus den ostasiatischen Ländern China, Japan und Korea in den Besitz der höfischen Sammlungen. Das Geheimnis der Porzellanherstellung wurde in diesen Ländern Jahrhunderte lang sorgsam gehütet. Johann Friedrich Böttger war nun gezwungen, sich die Zusammensetzung des Hartporzellans, für das in Ostasien die Rohstoffe von Natur aus gegeben waren, zu erarbeiten. Das gelang ihm schließlich vor allem mit Hilfe der Erfahrung von Berg- und Hüttenleuten der um Dresden liegenden Bergwerke. Die Herstellung des braunen, nach Böttger benannten „Böttger-Steinzeuges" und 1709 die Herstellung des ersten Hartporzellans war die Arbeit eines Gefangenen. Es war das Lebenswerk eines Menschen, der durch seine intensive und gesundheitsschädigende Arbeit nur 37 Jahre alt wurde. Im berühmten Memorial aus dem Jahr 1707 erklärt Böttger unter anderem diese seine größte Erfindung: „Das guthe weisse Porcellain sambt der aller feinsten Glasur und allem zubehörigen Mahlwerck, welcher dem Ost-Indianischen, wo nicht vor, doch wenigsten gleich kommen solle."

Meißener Porzellan

Reisetasse mit Unterschale, um 1725/35
(Bild: Wiener Kunstauktionen)

 

Am 7. März 1710 ordnete August der Starke an, auf seinem Schloss, der Albrechtsburg zu Meißen, eine Porzellan-Manufaktur einrichten zu lassen. Johann Friedrich Böttger stellte in der Porzellanproduktion von Anfang an den Anspruch auf Kunst und diese künstlerische Konzeption blieb bis heute erhalten.
Für Meißen, damals schon ein Kulturzentrum von Sachsen und überdies als nördlichstes Weinland Europas berühmt, begann der Aufstieg zur international renommierten Porzellanstadt. Böttger hat vor über 300 Jahren erkannt, dass drei Dinge die Leidenschaft für Porzellan als Gebrauchs- und Sammelobjekt bestimmen: „Als erstlich die Schönheit, zum andern die Rarität und drittens die mit beiden verknüpfte Nutzbarkeit.

Meißener Porzellan

Kaffee-Service mit bäuerlichen Szenen, Meißen 1763-1774
(Bild: Haus der Kunst, Remshalden-Grunbach)

Meißener Porzellan
Detailbild der unteren Tasse des obigen Bildes

Dennoch gelangte das Geheimrezept nach Wien. Der Mitarbeiter Böttgers, Samuel Stöltzel, floh 1709, kurz vor Böttgers Tod, nach Wien und verriet das Arcanum dem k. k. Hofkriegsagenten du Paquier, dem Gründer der Wiener Porzellanmanufaktur. Während seines kurzen Aufenthaltes in Wien – denn Stöltzel sehnte sich bald wieder nach seiner Heimat zurück – gelang es ihm, den Porzellanmaler Johann Gregorius Höroldt nach Sachsen mitzunehmen. Ein großer Verlust für Wien – ein Gewinn für die Meißner Produktion. Denn Höroldt führte die Meißner Porzellanmalerei im 18. Jahrhundert in eine Blütezeit. Ein anderer Künstler, der am Aufschwung der Meißner Porzellanerzeugung wesentlich mitarbeitete, war Johann Joachim Kändler. Er verstand es, aus der Porzellanmasse bisher kaum Denkbares herauszuholen. Er wusste auf den technischen Leistungen Böttgers aufzubauen und ließ das Porzellan vielfältig Gestalt annehmen. Er formte nicht nur Tafelgeschirr, sondern auch eine Fülle von Kleinplastiken. Kaendler gilt als der große Porzellanplastiker des 18. Jahrhunderts. Vor allem seine lebensgroßen Tierplastiken für das von August dem Starken geplante Porzellanschloss, einem der großen, phantastischen Träume des Königs, zählen zu seinen beachtlichen Leistungen.

Meißener Porzellan

Kaminuhr mit Hafenszene nach Christian Friedrich Herold, H.40 cm, Meißen 1770-1755
(Bild: Haus der Kunst, Remshalden-Grunbach)

Meißener Porzellan

Detailbild der Kaminuhr links

Meißener Porzellan

Böttgersteinzeug verschiedener Modelle, H. von 10 bis 49 cm, Schwertermarken
(Bild: Haus der Kunst, Remshalden-Grunbach)

Wertvolles Meißener Porzellan

Uhr mit plastischen Blütendekor und Singvögeln entworfen von Johann Joachim Kändler. Teil einer Hamburger Privatsammlung - Mehr über diese Sammlung

Soldatenfiguren der Meißener Porzellanmanufaktur: Modelljahr: 1741 - 1756, Herstellungszeitraum: 19. und 20. Jahrhundert. Entwurf durch J.J. Kaendler
Diese Soldaten sind im Meißener Porzellan Museum ausgestellt
Bildquelle: WIKIMEDIA

Immer wieder wurden namhafte Künstler für die Manufaktur gewonnen. Bildhauer, Maler und Spitzenhandwerker trugen das Image der Meißner Manufaktur. Während andere Betriebe, wie etwa die Wiener Porzellanmanufaktur, im 19. Jahrhundert den Betrieb einstellen mussten, gelang es in Meißen, sich den veränderten gesellschaftlichen und ökonomischen Bedingungen anzupassen. Der Hof trat als Mäzen in den Hintergrund, und man ging auf die Forderungen einer neuen Gesellschaft ein, die eine Großproduktion für Kleinbürger und den Mittelstand bedingte. Damals übersiedelte die Manufaktur von der gotischen Albrechtsburg in einen neuen Gebäudekomplex am Ufer der Triebisch.
 

Meißener Porzellan

Chinesenpaar in der Laube, Modell von Peter Reinicke, J.J. Kaendler und Elias Meyer, nach einer
Vorlage eines Stiches von Francois Boucher, H. 20 cm, Schwertermarke 1880-1924
(Bild: Haus der Kunst, Remshalden-Grunbach)

Meißener Porzellan

Seltene Figurengruppe „Fertigung des Porzellans“ Böttger und August der
Starke beim Betrachten der gebrannten Stücke, H. 47 cm, Schwertermarke 1820-1840
(Bild: Haus der Kunst, Remshalden-Grunbach)

Meißener Porzellan

Schneeballblütenvase, Modell Johann Joachim Kaendler, H. 51 cm, Meißen 1820-1830
(Bild: Haus der Kunst, Remshalden-Grunbach)

Meißener Porzellan

Detailbild der Vase links

Porzellantassen der Meißener Porzellanmanufaktur aus der Zeit um 1835. Die Bilder zeigen Mitglieder des Sächsischen Könighauses. Diese Tassen sind im Meißener Porzellan Museum ausgestellt
Bildquelle: WIKIMEDIA

Die tragende Gesellschaft war es immer wieder, auf die sich die Meißner einzustellen wussten. Das war auch der Fall, als die künstlerische Revolution in der Zeit um 1900 einsetzte. Die Erneuerungsbestrebungen der Jugendstilkünstler brachten nicht nur neue Anforderungen an die technischen Gegebenheiten in Meißen mit sich, sie verhalfen der Manufaktur auch zu einer neuen Methodik, zu einer Umstellung auf die Ansprüche der neuen Zeit, in der Handwerk und künstlerische Intuition Hand in Hand gehen sollten.

Die Weltausstellung im Jahr 1900 zeigte, wie sehr Meißen einerseits in der Tradition verankert war, wie sehr sie aber andererseits auch ihr Bemühen zum Ausdruck brachte, dem Gestaltungswillen junger Künstler entgegenzukommen.

Zu den bemerkenswerten künstlerischen Kräften der Jugendstilbewegung in Meißen zählten die Brüder Hentschel. Man beschäftigte auch Künstler von internationalem Rang, wie Vogeler, Olbrich und Van de Velde. Neue Werkstoffe wurden für die individuelle Gestaltung entwickelt, Tradition blieben jedoch das edle Material, Eleganz und handwerklich perfekte Ausführung. Bis heute pflegt die Meißner Porzellanmanufaktur intensive Kontakte mit zeitgenössischen Künstlern. Meißner Porzellan bleibt zu jeder Epoche ein wertvolles Sammelgebiet.


(Archiv SJ, Hans Sonntag)

Meißener Porzellan

Kind mit Zeitungsmütze auf einem Holzpferd reitend, H.17 cm, Schwertermarke
1860-1924
(Bild: Haus der Kunst, Remshalden-Grunbach)

Meißener Porzellan

Das berühmte „Russische Ballett“ von Prof.Paul Scheurich, dargestellt sind fünf Charaktere aus dem Ballett “Karneval“: Estrella und Eusebius, Harlekin und Columbine, Pierrot und Chiarina,
Schwertermarke 1935-1945
(Bild: Haus der Kunst, Remshalden-Grunbach)

Mails / Leserbriefe

Haben Sie Fragen oder eine interessante Mitteilung zum Thema Meißener Porzellan, dann teilen Sie es uns bitte mit. Wir veröffentlichen dann gerne Ihre Nachricht unter der entsprechenden Rubrik.

Links

Meißener Porzellanmanufaktur

Offizielle Internetseite der berühmten Meißener Porzellanmanufaktur

Wikipedia über Meißener Porzellan Information von der Online Enzyklopädie WIKIPEDIA über Meißener Porzellan
Meißener Porzellan bei eBay Deutschland er- und versteigern Bei ebay sind zahlreiche Auktionslose zum Thema Meißener Porzellan im Angebot
Haus der Kunst, Remshalden-Grunbach Im Haus der Kunst, Remshalden-Grunbach wird u.a. hochwertuges Meißener Porzellan angeboten

Literatur

Meissen Porzellan: Das weiße Gold von Kurt Krockenberger

Auf 200 Seiten stellt Kurt Krockenberger das wertvolle Porzellan vor

Edles Meissner Porzellan aus 3 Jahrhunderten Ein weiteres Buch von Kurt Krockenberger  zum Thema Meißener Porzellan

 

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