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Ein Saurier ohne Kopf?

Worauf man beim Erwerb von Fossilien achten sollte / Tricks der "schwarzen Schafe"

Von Ernst Probst, ehemaliger Fossilienhändler

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Keichousaurier, China

Keichousaurier von China aus der Triaszeit vor etwa 230 Millionen Jahren

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Worauf man beim Erwerb von Fossilien achten sollte

Der Zahn eines eiszeitlichen Höhlenbären oder Mammuts, das Ei oder der Fußabdruck eines riesigen Dinosauriers, die feingliedrige Libelle aus Solnhofen, das Skelett eines winzigen Amphibiums oder Reptils oder der Prachtfarn aus der Steinkohlen-Zeit - das sind Objekte, die nicht nur das Herz von Fossiliensammlern höher schlagen lassen. Denn jeder dieser Urzeit-Funde ist ein Unikat aus fernen Zeiten, ein Blickfang für Besucher und manchmal sogar eine gute Geldanlage.

Kein Wunder also, dass Fossilien aus aller Welt immer mehr Vitrinen, Wohnzimmerschränke und Wände zieren. Dabei handelt es sich um Jahrtausende oder sogar Millionen Jahre alte Reste prähistorischer Pflanzen und Tiere, die durch günstige Umstände nicht vernichtet, sondern bis heute erhalten blieben. Teilweise wurden diese Fundstücke eigenhändig in Steinbrüchen, Kies- und Sandgruben entdeckt, einem geschenkt oder von Sammlern oder Händlern gekauft.

Das Suchen und Bergen von Urzeit-Pflanzen und -Tieren ist heute schwieriger als je zuvor. In manchen Gebieten gelten strenge gesetzliche Vorschriften, die das Graben nach Fossilien verbieten. Damit soll verhindert werden, dass wertvolle Objekte unsachgemäß geborgen und behandelt sowie der Wissenschaft vorenthalten werden. Und wo das Sammeln noch erlaubt ist, sind die bekannten Fundstätten nicht selten schon erschöpft.

Aber auch der Kauf von Fossilien hat seine Tücken, weil es unter Sammlern und Händlern etliche "schwarze Schafe" gibt. "Vor allem beim Ersteigern im Internet muss man darauf achten, mit wem man es zu tun hat", warnt der Fossilienhändler Ernst Probst aus Mainz-Kostheim, der sich durch mehrere Bücher über prähistorische Themen einen Namen gemacht hat und ehemals Fossilienhändler war.

Wer bei einer Auktion im Internet von einem unbekannten Sammler oder Händler, dessen Namen, Anschrift, Telefonnummer und Seriosität er nicht kennt, ein Fossil erwirbt und dieses vor Erhalt bezahlt, geht immer ein gewisses Risiko ein, sagt Probst. Er ist selbst schon auf einen amerikanischen Anbieter hereingefallen, dem er das Geld für den Schädel einer Säbelzahnkatze schickte, dieses Prachtstück jedoch bis heute nicht erhielt.

Bei Internetauktionen ist es ratsam, nur bei Verkäufern mit möglichst vielen positiven Bewertungen von Kunden etwas zu ersteigern, empfiehlt Probst. In solchen Bewertungen kann man nachlesen, ob die Ware tadellos war, ob sie sorgfältig verpackt und schnell geschickt wurde. Heißt es dort, dass der Betreffende keine Fragen beantwortet oder sogar nicht geliefert hat, sollten alle Alarmglocken schrillen. Bewertungen gibt es natürlich auch für Käufer, unter denen es ebenfalls "faule Kunden" gibt, die nicht bezahlen, weswegen die meisten Sammler und Händler nur noch gegen Vorkasse liefern.

Wenn man ein teures Fossil im Internet erwerben will, sollte man vor einem Gebot beim Verkäufer anfragen, ob das "Objekt der Begierde" unversehrt oder repariert ist. Zu oft wird nämlich verschwiegen, dass ein Fossil gebrochen war und zusammengeklebt wurde, verrät Probst. Es gibt sogar "Künstler", die bei Versteinerungen etwas dazu malen, wie den Flügel einer Libelle, oder die aus Teilen verschiedener Funde ein Tier zusammenfügen.

Bevor man sich zum Kauf im Internet entschließt, sollte klar sein, ob der erworbene Artikel bei Nichtgefallen zurückgeschickt werden kann, wozu nur Händler verpflichtet sind. Um Kosten zu sparen, lassen sich manche Käufer darauf ein, dass das von ihnen ersteigerte Fossil in einem preisgünstigen, aber unversicherten Päckchen und nicht in einem versicherten Packet zugesendet wird. Wenn in diesem Fall ein Fossil zerbricht, was wegen unsachgemäßer Verpackung öfter als man glaubt geschieht, muss der Käufer den Schaden tragen.

Ärger droht selbst beim Versand im versicherten Packet, bei dem im Normalfall ein Schaden bis zu 500 Euro abgedeckt ist. Kommt ein Fossil nämlich zerbrochen an, muss dieses mitsamt Originalverpackung beim zuständigen Postamt zur Begutachtung vorgelegt werden. Wenn dabei festgestellt wird, dass die Ware nicht bruchsicher verpackt war, kann man das Packet an den Absender zurückschicken und hoffen, dass dieser den per Vorkasse entrichteten Kaufpreis zurückerstattet. Hatte man das Fossil bruchsicher verpackt und es wurde trotzdem beschädigt, wird es problematisch, wenn die Sendung nur für 500 Euro versichert war, aber das Objekt merklich mehr kostete.

Wer Fossilien als Wertobjekte betrachtet und irgendwann mit Gewinn wieder verkaufen will, sollte noch anderes bedenken, sagt Probst. Die Verkaufschancen steigen, wenn es sich um ein bekanntes Fundgebiet wie Bundenbach, Holzmaden oder Solnhofen, um eine seltene Gattung bzw. Art oder um ein besonders großes und ungewöhnlich gut erhaltenes Exemplar handelt. Wichtig sind außerdem eine schöne Form der Platte oder des Steins, auf dem sich das Fossil befindet, möglichst vollständige Erhaltung (wer kauft schon einen Saurier ohne Kopf?) und keine optisch auffälligen Schäden oder Ausbesserungen. Nicht zuletzt will niemand ein kostbares Stück, wenn der Entdecker darauf unauslöschlich den Artnamen, Fundort- und -jahr geschrieben hat.

Am sichersten dürfte der Kauf eines Fossils in einem altbekannten Ladengeschäft sein, in dem man die Ware von allen Seiten betrachten kann, resümiert Probst. Ein renommierter Händler wird wohl kaum falsche Angaben über den Fundort, den Zustand und die Echtheit seiner Angebote machen oder Fälschungen unterjubeln. Doch die Seriosität dieses Angebots hat häufig ihren Preis.

 

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